STILLE WASSER SIND TIEF 10 ;D
Es war ein schrilles Geräusch zu vernehmen, welches in meinen Ohren entsetzlich wiederhallte und Leute begannen hereinzustörmen. Es war so weit. Die richtige Party begann. Birte kam mit einer Menge von mir unbekannten Gesichtern herein und als sie mich ansah, was ich an hatte und wie ich mich hergerichtet hatte, da bemerkte ich wie sich alle ihre Gesichtsmuskeln zu einer entsetzlichen Grimasse verzogen.
"Was zur Hölle?", stieß sie hervor. Ich musste lachen, denn ihr Gesicht sah so komisch aus mit den hochgezogenen Augenbrauen und dem verzogenen Mund. Dann zuckte ich wie aus Reflex mit den Schultern und gab ein leise "weiß nicht" von mir.
Ich musste ja doch grauenvoll aussehen, wenn sie so geschokct war.
"Ich wollte heute total gut bei allen ankommen, aber wenn du neben mir da so unansehnlich aussiehst kann ich das wohl vergessen.", sagte sie. Ich traute meinen Ohren kaum. Sie wagte es mich unansehnlich zu schimpfen? Gerade sie, die immer von allen fett und hässlih genannt wurde? Gerade sie wagte es mich herunter zu machen?
War sie denn von allen guten Geister verlassen? Ich gab in der Schule auch nichts darauf, dass sie nicht so hübsch war und hatte immer zu ihr gehalten. Doch es kam noch härter für mich. Nicht nur, dass sie dies gerade gesagt hatte, sie fuhr auch noch fort.
"Also weißt du... Ich habe ja wirklich nichts gegen dich und du bist ja auch eine gute Freundin und so, aber wolltest du mir wirklich diesen Abend so vermiesen? Ich wollte mir heute einen tollen Jungen angeln und mit dir in diesem Outfit geht das ja wohl kaum! Du hast mir den ganzen Abend verdorben! Weder siehst du heute hübsch und anziehend aus noch in Partystimmung!" Ich wurde langsam aber sicher richtig wütende und wusste nicht ob ich eher zu schreien beginnen sollte oder ihr eine Ohrfeige geben sollte.
Sie hatte mich also benutzen wollen um sich einen Typen zu krallen! Das war ja mal eine "gute" Freundin!
Birte war eindeutig eine richtig doofe Kuh und dass ich dies erst jetzt bemerkte tat mir irgendwie sogar mehr weh als das was sie gesagt hatte! "Tut mir ja leid, aber kannst du heute von mir ein wenig Abstand halten? Ich will mir mein Image nicht durch deine Anwesenheit ruinieren.", sagte sie leise und schon kaum hörbar in Piepsstimme.
Jetzt reichte es mir entgültig.
Ich spürte wie meine Adern mit Blut durchstörmt wurden, nein geradezu durchschossen und es sich anfühlte als würde mein Blut iin mir kochen und mich innerlich gänzlich verbrennen.
Meine Adern traten leicht hervor und mein Gesicht wurde ganz rot und heiß. Mein eines Auge begann leicht zu zucken und meine LIppe bebte. Eine meiner Hände ballte eine Faust so fest, dass es zu weh tun begann.
"Wie kannst du es nur wagen, du fettes Trampeltier!?! Du und welches Image? Das Image einer faulen, fetten Kuh auf der Weide? Bist du eigentlich total bescheuert mir soetwas zu sagen? Hast du überhaupt keinen Verstand in deinem mit Luft gefüllten Schädel?", keifte ich lauthals sodass es jeder einzelne im Raum hören konnte.
Und als ich bemerkte, was ich gerade ohne zu denken von mir gegeben hatte, war es auch schon zu spät.
Große, pralle, salzige Tränen kullerten über Birtes Wangen herunter und ich stand vor ihr, all mein Feuer verloren. Richtig ausgeglüht und ohne jede Worte, den Mund offenstehend mit Schock erfüllt. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Meine Muskeln waren wie steif, wie aus Stein.
Dann begannen alle im Raum lauthals zu lachen. Ja sie zeigten sogar mit den Fingern auf Birte, die total aufgelöst dastand ohne eine Antwort auf meine Beschuldigung.
Sie ging aus dem Raum, schnell und mit gezielten Schritten, Richtung Garten, ohne sich umzublicken.
Birte wischte ihre Wangen mit den Ärmeln ihres Shirts ab.
Wie aus dem Nichts klopfte mir ein Mädchen aus einer höhern Klasse auf die Schulter.
"Na der Idiotin hast du es aber gegebn! Wie heißt du eigentlich?", kicherte sie.
Perplex flüsterte ich "Ami". "Also! Mira, bring unserer Ami doch ein Bier aus der Küche! Das hat sie sich wirklich verdient!" Ich konnte an diesem Abend fühlen wie das Band zwischen mir und Birte durchtrennt wurde und ich auf einmal allein in Mitten einer Horde von Fremden stand. Alleine, verlassen ohne jegliche beste Freundin oder jemanden um mich an ihm festzuhalten. Ich war nun nicht mehr ein "wir", ein "meine beste Freundin und ich". Ich war nur noch ein "ich".
FORTSETZUNG FOLGTE