STILLE WASSER SIND TIEF TEIL 13

Teil 13 von STILLE WASSER SIND TIEF:

 

 

ich hatte mir eigentlich meinen wütenden Bruder vorgestellt, der mich am Arm festhielt und anschreien würde,

aber stattdessen stand dort eine stinkender, betrunkener Tobias, der mich mit großen Augen anglotzte.

"Wir müssen reden!", lalte er. "Nicht jetzt!", fauchte ich ihn an und stieß ihn weg.

Er blockierte mir den Weg zur Haustür. Wohin wärt ihr denn nun geflohen, wenn ihr gesehen hättet, dass euren Bruder, den ihr vor wenigen Minuten abgekotzt habt, gerade durch die Hintertür kommt? Genau!

Ins obere Stockwerk! Leider dachte jemand, dass ich immer noch nicht klar genug denken konnte und folgte mir hinauf. Rob lies seine eigene Schwester stehen, die uns gerade zum Jackenholen den Rücken hergedreht hatte.

Ich rannte ins Badezimmer im oberen Stockwerk nur aus einem Grund: Badezimmer sind meist verschließbar!

Aber da ich doch wohl noch nicht so ganz fit war wie gedacht, zwengte sich Rob auch noch herein.

Ich sperrte trotzdem einfach ab. Besser mit ein verliebten Jungen im Bad als mit einem verhassten und einem wütenden in der unteren Etage. Ich spülte mir den Mund mit Wasser aus und nahm frech einfach Mundwasser aus einem der Regal. "Oh Gott... dieser Idiot von Tobias..." "Hat er dir schon seine Liebe gestanden?", fragte Rob neugierig. Ich antwortete nicht und schaute ihn nur mit meinem Schlimm-genug-dass-er-in-mich-verknallt-ist-Blick an. Ich gab den Toilettendeckel herunter und setzte mich auf das kalte Porzelan. Ich spürte wie die Kälte langsam hochstieg, war aber zu faul aufzustehen. "Und wenn ich morgen krank bin auch egal...", dachte ich mir stur.

Rob schaute mich an. Er wusste nicht ob er kichern oder mit mir mitleiden sollte. Schließlich hatte ich ihn auch im Bad eingesperrt.

Rob kam zu mir her und streichelte mir wie einem Hund über den Kopf. "Also hat er es oder nicht?"

Ich wollte es ihm nicht sagen und so blieb ich einfach still.

In diesem Moment zog er sich zu mich heran zu sich, sah mir kurz prüfend in die Augen.

"Hat er?" Ich wollte ihn etwas ärgern. "Kann dir doch egal sein!"

"Also hat er dir seine Liebe gestanden?" Rob schaute mir weiter in die Augen. Natürlich blickte ich dann weg, weil es mir auf die Nerven ging. "Wenn er dir seine Liebe gestanden hat... dann... Ami?" Ich schaute ihn nicht an ud grinste innerlich. "Leide mein Spielzeug! Leide!", dachte ich betrunken und sarkastisch für mich selbst. Sonst wäre ich natürlich nie so gemein gewesen!

"Dann... dann muss ich auch handeln!" Ich schaute ihn an. "Was willst du denn handeln? Du hast dich doch indirekt schon verquatscht!" Ich musste kichern und plötzlich pressten sich zwei weiche warme Lippen auf meinen Mund und blieben dort. Ich war selber äußerst überrscht und war wie versteinert, bis er begann mich zu küssen.

Wie ekelhaft muss das sein, wenn ein Mädchen gerade vor wenigen Minuten sich übergeben hat und nun nach Mundwasser schmeckt? Gott sei dank küsste er mich nur so. Was? Gott sei dank küsste... an diesem Satz stimmt so einiges nicht. Ich versuchte mich gedanklich von ihm loszureisen, aber irgendwie konnte ich es nicht.

Er schien nur ein halb so großer Idiot zu sein wie mein Bruder und Tobias, aber das schlimmste war eben, dass die drei Freunde waren.

Nach einigen Minuten stieß ich ihn weg. "Hat er dir nicht gefallen?"

Ich hatte so ein komisches Gefühl im Magen und ich nahm stark an es war nicht Übelkeit vom Alkohol.

Hatte ich mich tatsächlich etwas in Rob verknallt?

"Es war schon schön, aber..." Ich hatte ohne zu überlegen gesprochen und hang nun in der Luft.

Was sagt man in so einer Situation? Du bist nicht der richtige aber ich fand es schön?

Du bist gut, aber nicht gut genug? Ich mag dich nicht?
Meine Antwort war nicht viel besser als die anderen.

Es hämmerte wer an die Tür. Oh nein, würde es mein Bruder sein? Oder Tobias? Oder der schlimmste Fall, beide gemeinsam?

 

FORTSETZUNG FOLGT ;)

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